Zwischenfruchtbau in OÖ: Was sieben Jahre Praxisversuche für Landwirtinnen und Landwirte zeigen
Der Zwischenfruchtbau gewinnt in Oberösterreich weiter an Bedeutung. Sieben intensive Versuchsjahre (2019 - 2025) der Boden.Wasser.Schutz.Beratung, LK OÖ liefern klare Antworten darauf, welche Mischungen sich bewähren, wann der optimale Saatzeitpunkt liegt und wie Bodenbearbeitung, Feuchtigkeit und Witterung den Erfolg beeinflussen. Die Erkenntnisse stammen aus unterschiedlichsten Betriebsformen, Bodenarten und Witterungsverläufen - und sind damit besonders wertvoll für die Praxis.
Warum Zwischenfrüchte? - Mehr als nur Begrünung
Für viele Landwirtinnen und Landwirte sind Zwischenfrüchte längst ein wichtiger Baustein im Betriebsablauf. Die Versuchsergebnisse bestätigen ihren Nutzen eindrucksvoll:
- Schutz vor Abtrag und Erosion
- Verbesserung der Bodenstruktur und Wasseraufnahme
- Förderung von Bodenleben, Biodiversität und Humusaufbau
- zuverlässige Nährstoffbindung
- Unterdrückung von Unkraut
- attraktiver Lebensraum und Tracht für Insekten
- Kurz gesagt: Zwischenfrüchte stabilisieren Erträge und entlasten den Boden spürbar.
Der entscheidende Faktor: der Saatzeitpunkt
Über alle Jahre hinweg zeigt sich:
"Ein Tag Wachstum im Juli ist wie eine Woche im August - oder ein ganzer September.“
"Ein Tag Wachstum im Juli ist wie eine Woche im August - oder ein ganzer September.“
Frühe Saat = sichere Bestände
Ein früher Saattermin (20. Juli - 5. August) brachte in allen Versuchsjahren die stärksten Ergebnisse:
- kräftige Jugendentwicklung
- hohe Biomasse
- tiefreichende Wurzeln
- zuverlässige Bodenbedeckung
- geringe Verunkrautung
Späte Saat = höheres Risiko
Ab Mitte August sinken Aufgang und Entwicklung deutlich:
- wärmeliebende Arten stagnieren oder frieren ab
- mehr Lücken und Unkrautdruck
- weniger Wurzelmasse und schwächere Durchwurzelung
- Ab September empfiehlt sich die Umstellung auf winterharte oder abfrostende Spezialmischungen.
Bodenbearbeitung - Wasser sparen, Boden schonen
Die Versuche zeigen klar:
Weniger ist mehr.
Weniger ist mehr.
- Intensive Bodenbearbeitung (z.B. tiefer Pflug) führt besonders in Trockenjahren zu starker Verdunstung.
- Optimal sind flache Bearbeitung, gute Rückverfestigung und ein kombinierter Arbeitsgang mit der Sätechnik.
- Unbedingt beachten: Stroh gut verteilen, sonst entstehen Aufgangsprobleme.
Die stabilsten Mischungen - bewährt in sieben Jahren (Auszug)
Witterungseinflüsse - was wichtig bleibt
In Trockenjahren (2019, 2022, 2024):
- frühe Saat besonders wichtig
- Buchweizen, Kresse und Senf als "Aufgangs-Garanten"
- Leguminosen brauchen Feuchtigkeit und starten schwächer
- Kleearten und Wicke liefern Spitzenergebnisse
- wärmeliebende Arten sind zu langsam
- Schädlingsdruck bei Kreuzblütlern kann steigen
Standorttipps für die Praxis
Feuchte Standorte
- Kreuzblütler, Buchweizen, Phacelia sehr zuverlässig
- Leguminosen entwickeln sich gut
- Bodenbearbeitung minimieren - Wasser sparen
- Buchweizen als Sicherheitskultur
- Sorghum & Sudangras nur bei sehr früher Saat
- Kreuzblütler profitieren besonders
- Klee und Wicke nur bei ausreichender Feuchte
Die fünf wichtigsten Lehren aus sieben Versuchsjahren
- Der Saatzeitpunkt entscheidet über rund 70% des Erfolgs.
- So wenig Bodenbewegung wie möglich - Wasser kann der limitierende Faktor sein.
- Vielfältige Mischungen sind stabiler als Einzelarten.
- Winterharte Mischungen bieten jedes Jahr sichere Ergebnisse.
- Wärmeliebende Arten nur vor dem 1. August anbauen.
Die jeweiligen Versuchsberichte der Jahre samt den Rezepturen der getesteten Mischungen sind im Versuchsportal der Landwirtschaftskammern zu finden (Kulturenfilter "Zwischenfrucht").
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