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Frauen vor den Vorhang

LK Vizepräsidentin und Wiener Landesbäuerin im Gespräch
2026 ist das Internationale Jahr der Bäuerin der UN – ein Anlass, die wichtige Rolle von Frauen in Landwirtschaft und Ernährungssystemen hervorzuheben und bestehende Ungleichheiten sichtbar zu machen. Unsere Artikelserie rückt jene Frauen in den Fokus, die die Stadtlandwirtschaft prägen – als Akteurinnen, Entscheiderinnen und Innovatorinnen. Den Auftakt bildet ein Interview mit zwei starken Vertreterinnen der Wiener Stadtlandwirtschaft.

Landesbäuerin Anneliese Schippani:

Was bedeutet das Internationale Jahr der Bäuerin für Sie persönlich – und für die Wiener Stadtlandwirtschaft?
Das Internationale Jahr der Bäuerin macht 2026 die wichtige Arbeit von Frauen in der Landwirtschaft sichtbar. Bäuerinnen prägen und entwickeln Betriebe fachlich, unternehmerisch, gesellschaftlich und politisch weiter. Dieses Jahr nutzen wir, um ihre zentrale Rolle klar hervorzuheben.

Vizepräsidentin Irene Trunner:

Welche Herausforderungen erleben Frauen heute in der Landwirtschaft?
Ein Drittel der landwirtschaftlichen Betriebe wird von Frauen geführt. Immer häufiger übernehmen die Töchter die Landwirtschaft, was unweigerlich zu einer Mehrbelastung führt, denn die Kinder bekommen immer noch die Frauen. Auch ist häufiger die Frau mit eventuell notwendiger Pflege von älteren bedürftigen Familienmitgliedern betraut. Dennoch bietet die Landwirtschaft viele Chancen eigene Ideen einzubringen und zu verwirklichen.

Vizepräsidentin Irene Trunner:

Wo sehen Sie besondere Chancen für Frauen in der Stadtlandwirtschaft?
Frauen bringen häufig große Stärken in Kommunikation und Betriebsentwicklung mit. Sie sind treibende Kraft in der Diversifizierung. Auch Frauen, die durch Ihren Partner auf einem landwirtschaftlichen Betrieb landen, finden oft die kreativsten Erwerbskombinationen in Bezug auf ihren oft außerlandwirtschaftlichen Beruf.

Landesbäuerin Anneliese Schippani:

Welche Themen möchten Sie im „Internationalen Jahr der Bäuerin“ besonders sichtbar machen?
Stadtlandwirtschaft ist innovativ, Qualitätsproduktion und Familienunternehmen in einem – und Frauen sind dabei tragende Kräfte. So ist es mir besonders wichtig zu zeigen, wie innovativ und professionell in unseren Betrieben gearbeitet wird.

Vizepräsidentin Irene Trunner:

Wie hat sich die Rolle der Bäuerinnen in den letzten Jahren verändert?
Bäuerinnen und Landwirtinnen sind heute selbstverständlich Betriebsleiterinnen, Unternehmerinnen und Funktionsträgerinnen. Verantwortung wird partnerschaftlicher geteilt, und Frauen treten deutlich sichtbarer auf - auch in Entscheidungspositionen.

Landesbäuerin Anneliese Schippani:

Welche Angebote oder Netzwerke gibt es für Frauen in der Stadtlandwirtschaft?
Für Frauen in der Stadtlandwirtschaft gibt es speziell zugeschnittene Weiterbildungen, Netzwerktreffen und Austauschmöglichkeiten. So können sich Frauen unkompliziert vernetzen, voneinander lernen und gemeinsam Ideen für die eigenen Betriebe entwickeln. Die WhatsApp-Gruppe „Unternehmerinnen der Stadtlandwirtschaft“ bietet die Möglichkeit sich gut zu vernetzen und Informationen zu erhalten.

Welche Botschaft geben Sie jungen Frauen mit, die in der Landwirtschaft Fuß fassen möchten?

Vizepräsidentin Irene Trunner:
Trauen Sie sich, Verantwortung zu übernehmen. Landwirtschaft bietet enorme Gestaltungsmöglichkeiten – fachlich wie unternehmerisch. Schaffen Sie dadurch einen Mehrwert für sich selbst, ihre Familie und ihr Umfeld. Ergreifen Sie die Chance, es wird sich lohnen!

Landesbäuerin Anneliese Schippani:
Unsere Branche braucht engagierte junge Frauen mit Ideen und Selbstbewusstsein. Bleiben Sie neugierig und gehen Sie Ihren eigenen Weg!
25.02.2026
Autor:Lena Cheney, BSc
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