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Wie Betriebswirtschaft die Lebensqualität beeinflusst

Mag. Werner Ruppnig, Psychosozialer Berater für Lebensqualität Bauernhof in Kärnten, berichtet im Interview, weshalb die Wirtschaftlichkeit eines Betriebes auch für die Lebensqualität bedeutsam ist.
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© agrarfoto.com
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Wie hängt die Wirtschaftlichkeit mit der Lebensqualität einer bäuerlichen Familie ­zusammen?
Einfach gesagt: "Geht’s dem Betrieb gut, geht’s den Menschen zumindest besser!" Viele Faktoren tragen zu einer guten Lebensqualität am Hof bei - wie z.B. körperliche und mentale Gesundheit, aktive Kommunikation in der Familie, ausgewogen verteilte Arbeitslast sowie betriebliches (Zeit-)Management, um nur einige davon zu nennen. Zudem ist die Wirtschaftlichkeit eines Betriebes von Bedeutung. Neben der Deckung von variablen und fixen Kosten sind unter anderem eine angemessene Betriebsführung sowie eine überschaubare Schuldenlast mitunter entscheidende Faktoren.

Weshalb ist es wichtig, betriebliche Kennzahlen zu kennen?
Betriebliche Zahlen bilden die Grundlage einer landwirtschaftlichen Tätigkeit. Erst mit konkreten Zahlen können weitere Überlegungen zur betrieblichen Entwicklung angestellt werden. Kennzahlen dienen als Grundlage für Entscheidungen - z.B.: Kann der Betrieb im Voll-, Zu- oder Nebenerwerb geführt werden? Welche Betriebsausrichtung passt zur Familie? Ist Direktvermarktung sinnvoll?

Was sind Ihre diesbezüglichen Erfahrungen aus der psychosozialen Beratung?
Oft kommen Menschen mit innerfamiliären Konflikten in die Beratung, erst später werden oft das Thema Finanzen bzw. die wirtschaftliche Lage des Betriebs angesprochen. Die Menschen haben meist Scheu davor, das Thema direkt anzusprechen. Dabei wirkt es in schwierigen Situationen oder Krisen wie ein "Brandbeschleuniger", da es bei den Betroffenen zu einer großen dauerhaften zusätzlichen Belastung führt. Das Thema ist immer da und wirkt überall mit: bei der Arbeit, in der Familie - es ist wie eine unsichtbare Last, die man trotz vieler Anstrengungen einfach nicht abtragen kann.

Was empfehlen Sie Bäuerinnen und Bauern, denen das Thema Wirtschaftlichkeit "Bauchweh" bereitet?
Es geht im ersten Schritt darum, sich in der Familie laufend mit den Zahlen auseinanderzusetzen - eine Zahlenwahrheit und -klarheit herzustellen. Hilfreich dabei sind eine einfache Form der Buchhaltung, z.B. eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, und eine betriebliche Inventur. Ein landwirtschaftlicher Betrieb ist in erster Linie ein sehr herausfordernder, anspruchsvoller Wirtschaftsbetrieb und sollte nach ökonomischen Grundsätzen geführt werden. Deshalb ist es wichtig, seine Zahlen zu kennen.

Was sind erste Maßnahmen, wenn man das Gefühl hat, es geht sich nicht mehr aus?
Ich empfehle Beratung! Egal, ob ich mich zunächst beim Bäuerlichen Sorgentelefon melde, die Beratung von Lebensqualität Bauernhof in Anspruch nehme oder mich direkt an einen Berater oder eine Beraterin in einer Bezirksstelle der Landwirtschaftskammer wende und das offene Gespräch suche - all diese Anlaufstellen behandeln die Anliegen vertraulich und professionell. Die Beraterinnen und Berater der Landwirtschaftskammer können dann mit Hilfe eines Betriebskonzeptes helfen, einen ersten Überblick zu gewinnen, um in weiterer Folge entlastende Schritte setzen zu können und wieder zu einer guten Lebensqualität für sich und die Familie zu finden.

Danke für das Gespräch!
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Mag. Werner Ruppnig © LK Kärnten
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Mag. Werner Ruppnig © LK Kärnten
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Zur Person

Mag. Werner Ruppnig ist Psychosozialer Berater für Lebensqualität Bauernhof in Kärnten. Eines seiner großen Anliegen bei Beratungen, in denen es vordergründig oft um innerfamiliäre Schwierigkeiten geht, ist es, auch den ökonomischen Blickwinkel einzunehmen.
25.02.2026
Autor:Christina Scheiber, Projektleiterin Lebensqualität Bauernhof Tirol
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