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Neue Versorgungsempfehlungen für Milchvieh: Vitamine

Im September 2023 wurden neue Versorgungsempfehlungen für Milchvieh veröffentlicht.
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Die Bedarfsempfehlungen für Vitamine sind gestiegen. © LK OÖ/BRH
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Die Bedarfsempfehlungen für Vitamine sind gestiegen. © LK OÖ/BRH
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Der Ausschuss für Bedarfsnormen (AfBN) der Gesellschaft für Ernährungsphysiologie (GfE) hat nach über 20 Jahren eine völlig neue und sehr umfangreiche Überarbeitung der "Empfehlungen zur Energie- und Nährstoffversorgung von Milchkühen" veröffentlicht. Im Zuge dieser Arbeit wurden auch die Bedarfsempfehlungen für die Versorgung mit Vitaminen aktualisiert.

Vitamine

Die Vitamine werden in fettlösliche und wasserlösliche eingeteilt. Zu den fettlöslichen zählen Vitamin A, D3, E und K sowie β-Carotin. Die wasserlöslichen Vitamine umfassen alle B-Vitamine und Vitamin H (Biotin).
Alle Vitamine erfüllen vielfältigste Aufgaben im Stoffwechsel und sind für die Gesundheit, Leistung und Fruchtbarkeit von außerordentlicher Bedeutung. Wiederkäuer sind in der Lage mit Hilfe der Pansenmikroben alle B-Vitamine selbst zu bilden. Voraussetzung dafür ist aber ein "funktionierender Pansen", der durch eine wiederkäuergerechte Ration sichergestellt wird. Das bedeutet, dass der Pansen-pH-Wert möglichst im optimalen Bereich zwischen 6,2 und 7,2 liegt. Sowohl Pansenazidose als auch Pansenalkalose beeinträchtigen die Entwicklung der erwünschten zelluloseabbauenden Pansenmikroben. Diese erzeugen unter optimalen Bedingungen ausreichende Mengen an B-Vitaminen, sodass eine Supplementierung über das Mineralfutter nicht notwendig ist. Es können derzeit wissenschaftlich auch keine Bedarfsempfehlungen für die B-Vitamine abgeleitet werden.

Neue Versorgungsempfehlungen

Versorgungsempfehlungen bestehen für die fettlöslichen Vitamine. Die Empfehlungen wurden für Aufzuchtrinder, trockenstehende und laktierende Kühe formuliert. Für Vitamin A blieben die Empfehlungen auf dem gleichen Niveau. Für β-Carotin wurden keine Empfehlungen mehr ausgesprochen, da eine vitaminunabhängige Wirkung auf die Fruchtbarkeit in neueren Untersuchungen nicht bestätigt werden konnte. Diskutiert werden antioxidative Eigenschaften, die bei einer Versorgung mit mindestens 15 Milligramm β-Carotin pro Kilogramm Trockenmasse erwartet werden können. Rationen mit überwiegenden Anteilen von Gras oder Grassilagen übertreffen diese Gehalte aber bei weitem. Eine Zufütterung würde daher in Rationen mit sehr hohem Anteil an Maissilagen und Kraftfutter (Konzentratfutter) rund um die Geburt sinnvolll sein.
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Tabelle 1 - Versorgungsempfehlungen für Vitamine bei Aufzuchtrindern und Milchkühen © GfE 2023
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Tabelle 1 - Versorgungsempfehlungen für Vitamine bei Aufzuchtrindern und Milchkühen © GfE 2023
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Für Vitamin D wurden die empfohlenen Konzentrationen deutlich angehoben. Bisher lagen sie für Milchkühe bei 500 IE pro Kilogramm Trockenmasse. Eine Zufütterung macht besonders in den Wintermonaten Sinn. Haben Kühe aber Auslauf oder Weidegang, wird in der Haut durch das UV-Licht ausreichend Vitamin D gebildet. Für trockenstehende Kühe werden nun 3.000 IE pro Kilogramm TM empfohlen. Dies ist besonders im Zusammenhang mit der Vorbeuge gegen Milchfieber zu sehen, das durch einen Vitamin-D-Mangel verstärkt werden könnte.

Für Vitamin E wurden die Empfehlungen angehoben, die für Milchvieh bisher bei 25 IE pro Kilogramm Trockenmasse lagen. Die antioxidative Wirkung von Vitamin E gilt als abgesichert, ein Mangel führt zu Störungen der Reproduktion wie intrauterinem Absterben (Embryonenresorption). Zum Zeitpunkt des Trockenstellens besteht zudem ein erhöhtes Mastitisrisiko, was nun in höheren Empfehlungen mündete.

Für Vitamin K (Phyllochinon) wurden keine Empfehlungen ausgesprochen, da von genügend Eigensynthese durch die Pansenmikroben ausgegangen werden kann. Überdies wird es von Pflanzen in den Chloroplasten gebildet und kann in der Leber gespeichert werden. Vitamin K erfüllt Aufgaben in der Blutgerinnung und Knochenbildung, Mangelerscheinigungen sind bei Milchvieh nicht bekannt.

Sicherheitszuschläge

In Milchviehrationen sollten die neuen Versorgungsempfehlungen für die fettlöslichen Vitamine möglichst eingehalten werden. Die Futtermittelhersteller sind angehalten, durch höhere Vitamingehalte in den Futtersorten auf die neuen Vorgaben einzugehen. Überdosierungen sind nicht sinnvoll und sollten vermieden werden.

Futtermittelanalysen machen

Grundfuttermittel werden - bis auf β-Carotin - in der Regel nicht auf den Gehalt an Vitaminen untersucht. Die Analyse ist aufwändig und teuer. Die Ergänzung mit Vitaminen wird durch die Auswahl des richtigen Mineralfutters in der korrekten Mengenzuteilung erledigt. Das Online-Rationsprogramm des RDV hat die neuen Empfehlungen für die Vitamine bereits umgesetzt.
Genauere Informationen finden sich in der neuen Ausgabe "Effiziente Mineralstoff- und Vitaminversorgung von Milchkühen" ÖAG-Info 4/2025, HBLFA Raumberg-Gumpenstein, www.gruenland-viehwirtschaft.at.

Nutzen sie auch das Beratungsangebot der LK-Fütterungsberatung.
Links zum Thema
  • Grünland-Viehwirtschaft
23.02.2026
Autor:DI Franz Tiefenthaller
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Weitere Informationen:
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