Ein weiterer Vorteil der Trächtigkeitsfeststellung liegt in der Fütterungsoptimierung. Tragende Tiere benötigen mehr Energie und Nährstoffe, besonders im letzten Drittel der Trächtigkeit. Eine bedarfsgerechte Versorgung verhindert Stoffwechselstörungen wie Ketose und sichert die Vitalität der Lämmer und Kitze. Gleichzeitig muss eine Überversorgung vermieden werden, da sie zu Verfettung und Geburtskomplikationen führt. Auch Mineralstoffe wie Selen, Jod und Vitamin E sind wichtig. Eine Über- oder Unterdosierung kann schwerwiegende Konsequenzen mit sich tragen. Nicht tragende Tiere können rechtzeitig erneut belegt oder geschlachtet werden, was Leerzeiten und Kosten reduziert.
Die Trächtigkeit lässt sich ab dem 30. Tag sicher feststellen, ideal zwischen Tag 30 und Tag 90. In den ersten zwei Wochen ist eine Feststellung nicht möglich, da sich der Embryo noch nicht fest eingenistet hat. In Woche drei und vier können embryonale Verluste auftreten, etwa durch Stress oder Futterumstellungen. Ab Woche fünf ist die Trächtigkeit stabiler und sicherer. Für die Praxis empfiehlt sich ein klarer Zeitplan: Nach einer Belegungsphase von vier bis sechs Wochen sollte der Bock für weitere vier Wochen aus der Herde genommen werden, um Nachdeckungen zu verhindern. Danach erfolgt die Ultraschalluntersuchung.