Winterraps
Für Winterraps ist die Vegetationsentwicklung vor dem Winter entscheidend. Dabei soll der Raps im optimalen Fall 8 - 10 Blätter gebildet haben. Das entspricht einem Wurzelhalsdurchmesser von ca. 1 cm. Dies ist notwendig, um eine ausreichende Winterfestigkeit zu erreichen.
Nach einer Herbstgabe soll die Stickstoffdüngung im Frühjahr mit zwei Gaben abgeschlossen werden. Dabei dient die erste Gabe zur Regeneration des Rapses. Je nach Witterungsverlauf im Winter können die Rapspflanzen einen großen Teil ihrer Blätter verlieren. Ziel der Startdüngung bei gut entwickelten Beständen ist es, die Knospenbildung zu unterstützen. Bei schwächeren Beständen mit starkem Blattverlust steht hingegen die Bildung von Blättern und Seitentrieben im Vordergrund. Dies bedeutet auch höhere Stickstoffgaben (bis 80 kg Stickstoff/ha) zu Vegetationsbeginn. Ein gut entwickelter Bestand mit zehn Blättern benötigt ca. 50 kg Stickstoff/ha.
Andere Nährstoffe wie Phosphor, Kalium, Schwefel und Bor müssen dem Raps bereits im Herbst ausreichend zur Verfügung stehen. Jeder Nährstoff erfüllt eine bestimmte Funktion in der Pflanze. So ist Phosphat entscheidend für den Ölgehalt der Samen, während Kalium und Bor die Winterhärte verbessern. Raps hat aufgrund des hohen Eiweißgehaltes der Samen einen besonders hohen Schwefelbedarf. Am besten ist Raps mit Schwefel über die gesamte Vegetation mit 20 kg/ha im Herbst und 40 kg/ha zur Startdüngung im Frühjahr versorgt. Bei den meisten Düngern ist die Schwefelmenge als SO3 und nicht als S angegeben. Die SO3-Menge muss mit dem Faktor 0,4 multipliziert werden, um die Schwefelmenge zu ermitteln.
Wirtschaftsdünger haben überwiegend elementaren Schwefel, welcher erst über einen längeren Zeitraum wirkt. Jedoch kann man bei regelmäßigem Gülleeinsatz von 10 - 20 kg/ha SO4 (Sulfat) im Boden ausgehen und diese Menge berücksichtigen. Schwefel in Sulfatform ist wasserlöslich und daher sofort pflanzenverfügbar.
Falls Blätter aufgrund einer kalten Witterung abgestorben sind, hat dies keine relevanten Ertragsauswirkungen, sofern der Vegetationskegel unversehrt bleibt. Eine ausgeprägte Pfahlwurzel ohne Verzweigungen und ohne braune Hohlräume ist das Ziel. Dafür ist eine optimale Bor-Versorgung mit ca. 900 g/ha essenziell. Im Herbst 300 g Bor/ha und im Frühjahr 600 g Bor/ha sind empfehlenswert.
Bis zum Schossen sollte Raps ca. 130 kg Stickstoff/ha aufgenommen haben. Mit Beginn des Streckungswachstums sollte die Düngung bei Raps mit 50 - 60 kg Stickstoff/ha abgeschlossen sein.
Grundsätzlich sind die allgemein gültigen Obergrenzen der Nitrat-Aktionsprogramm-Verordnung (NAPV) in Abhängigkeit von der Ertragserwartung einzuhalten. Für Betriebe mit Flächen in der Traun-Enns-Platte (TEP) gelten reduzierte N-Obergrenzen und die Ausweisung des N-Saldos (gedüngte N-Menge vs. über die Ernte entzogene N-Menge). Teilnehmende am ÖPUL-Programm "Vorbeugender Grundwasserschutz - Acker" müssen zusätzlich den errechneten N-Saldo für die Folgefrucht berücksichtigen.