Expertentipp: Finanzielle Lage genau kennen
Die Wahl der jeweiligen Tilgungsform hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Diese können die finanzielle Situation, das Zinsniveau, das Investitionsobjekt, die Risikoeinstellung, die Laufzeit oder andere strategische Überlegungen des Kreditnehmers sein. Eine Annuitätentilgung (Rückzahlung mit monatlich gleichbleibenden Raten) ist aufgrund der konstanten Rate und damit der Planbarkeit üblich - vor allem bei langfristigen Krediten. Aber auch die Ratentilgung könnte, betrachtet man diese auf die gesamte Kreditlaufzeit, durchaus vorteilhaft sein. Vor allem dann, wenn die höhere Kreditrate am Anfang leistbar ist. Und auch insbesondere dann, wenn der Kreditnehmer sich für einen variablen Kredit entscheidet und in Zukunft mit höheren Zinsen rechnet - da dann weniger Kapital aushaftet und nicht mehr so hohe Zinskosten anfallen wie bei der Annuitätentilgung. Außerdem erhöhen sinkende Raten im Laufe der Zeit die Liquidität sowie Rentabilität des Betriebes und somit den Handlungsspielraum, da das Geld woanders eingesetzt werden kann. Die endfällige Tilgung hingegen ist für den Kreditnehmer eine Möglichkeit, wenn das Geld anderswo höher verzinst angelegt werden kann. Das stellt aber immer ein großes Risiko dar, zumal am Ende der Laufzeit das angesparte Kapital auf einem Tilgungsträger oder bei einer anderen Veranlagungsform nicht ausreichen könnte, um den Kredit zu tilgen.
Die Wahl der richtigen Tilgungsform ist somit von entscheidender Bedeutung für die Liquidität des Betriebes während der Kreditlaufzeit und auch für die Gesamtbelastung für den Kreditnehmer. Vor der Kreditaufnahme sollten Kreditnehmer daher die Varianten im Rahmen des Kreditgespräches eingehend mit der Bank hinsichtlich der Chancen und Risiken erörtern. Dabei sollte der Kreditnehmer die eigene finanzielle Lage sowie Leistungsfähigkeit genau kennen. Die Wahl der richtigen Tilgungsvariante stellt somit einen nicht zu vernachlässigenden Teil bei der Aufnahme von Fremdkapital dar.