Die Veredlungsbetriebe konnten 2023 als einzige Betriebsform ihre Einkünfte um 33,1% auf 103.951 Euro steigern. Hauptverantwortlich für diese Entwicklung war die Unterkategorie der spezialisierten Schweinbetriebe, welche von gestiegenen Erzeugerpreisen bei Mastschweinen und Ferkeln bzw. rückgängigen Futtermittelkosten profitierten und somit ihr Einkommen um 40,2% (+31.385 Euro) auf 109.514 Euro erhöhen konnten. Auf diesen Betrieben wurden durchschnittlich 594 Schweine, davon 58 Zuchtsauen gehalten.
Bei den spezialisierten Geflügelbetrieben, welche auch den Veredlungsbetrieben zugehörig sind, wurde hingegen ein Rückgang von 18,2% (-15.829 Euro) auf 71.288 Euro festgestellt. Auf der einen Seite wurden zwar gestiegene Erzeugerpreise für Eier und Geflügel verzeichnet, auf der anderen Seite gingen die Verkaufsmengen zurück. Aber auch die gesunkenen Erzeugerpreise bei Getreide wirkten sich nicht unwesentlich auf deren Ergebnisse aus. Die Geflügelbetriebe hielten im Durchschnitt 1.796 Legehühner bzw. 4.501 Masthühner und -küken.
Im Jahr 2023 lagen die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft der Futterbaubetriebe, wie schon die Jahre zuvor, unter dem Durchschnitt aller Betriebe. Nach einem Anstieg der Einkünfte im Vorjahr von 55,4% folgte im Jahr 2023 ein Rückgang von 8% (-3.029 Euro).
Da die spezialisierten Milchviehbetriebe ihr Vorjahresergebnis halten konnten, ist der Rückgang aller Futterbaubetriebe in Summe nicht so hoch, wie bei anderen Betriebsformen ausgefallen. Mit 53.223 Euro (+111 Euro zum Vorjahr) haben die spezialisierten Milchviehbetriebe bis dato ihr bestes Ergebnis erzielt. Auch im Vergleich zum Dreijahresmittel konnte eine Zunahme um 36,7% verzeichnet werden. Der Ertrag konnte im Wesentlichen durch einen höheren Milchpreis (+6%) und gleichzeitig gestiegener Milchmenge (+4%) erhöht werden. Auf der anderen Seite wurden Erhöhungen beim Tierhaltungsaufwand und bei den Abschreibungen festgestellt. Die Milchviehbetriebe hielten durchschnittlich 23,5 Milchkühe mit einer verkauften Milchmenge von 162.451 kg pro Betrieb. Mit 1,7 nAK hatte diese Betriebsform den höchsten familiären Arbeitseinsatz von allen Betriebsformen.
Die spezialisierten Rinderaufzuchtbetriebe betreuten bei einem Arbeitskräftebesatz von 1,01 nAK durchschnittlich 40 Rinder. Vor allem durch die Rücknahme der Holzeinschlagmenge um ca. ein Drittel ist der Ertrag dieser Betriebsform gesunken. Die Aufwendungen sind mitunter durch die Anhebung der Fremdkapitalzinsen gestiegen. Die Einkünfte reduzierten sich daher um 39,2% (-7.363 Euro) auf 11.436 Euro.
Nach einem Plus im Vorjahr von +89,9% hatten die spezialisierten Rindermastbetriebe 2023 mit -59,7% (-25.199 Euro) auf 17.028 Euro ein sehr deutliches Minus eingefahren. Der Gesamtertrag ging um -10% aus diversen Gründen (Bestandsrückgänge, geringere Forst- und Bodennutzungserträge sowie geringere öffentliche Gelder) zurück. Ein höherer Aufwand war unter anderem durch Zunahme der Sachaufwendungen und der Abschreibungen für Maschinen gegeben. Bei einem Arbeitskräftebesatz von 1,01 nAK wurden durchschnittlich 62 Rinder gehalten.
Die spezialisierten Mutterkuhbetriebe mit ihren 14 gehaltenen Mutterkühen und 1,04 nAK waren nach wie vor die Betriebsform mit den geringsten Einkünften. Mit 9.680 Euro (Rückgang um -32,8% bzw. -4.721 Euro) lag das Ergebnis um 76% unter dem Durschnitt aller Betriebe. Hauptverantwortlich dafür waren geringere Forsterträge (Holzeinschlag -43%) bzw. geringere Erträge aus der Tierhaltung.
Die Marktfruchtbetriebe waren im Jahr 2023 mit dem deutlichsten Rückgang der Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft von -28.491 Euro (-42%) auf 39.292 Euro konfrontiert. Dies entsprach in etwa dem Durchschnitt aller Grünen Bericht Betriebe. Auch die gestiegenen Erntemengen konnten den starken Rückgang der Getreideerzeugerpreise nicht wettmachen. So wurden unter anderem große Preisrückgänge beim Weichweizen (-40%) und Körnermais (-32%) verzeichnet. Negativ wirkten sich Aufwandssteigerungen im Bereich der Fremdkapitalzinsen, Instandhaltung, Saatgut und Pflanzenschutz aus. Obwohl die Marktfruchtbetriebe mit 54,1 ha RLF (reduzierte landwirtschaftliche Fläche) von allen Betriebsformen die meiste Fläche bewirtschafteten, hatten sie mit 0,9 nAK den geringsten nicht entlohnten Arbeitseinsatz.
Wie schon im Vorjahr hatten die Dauerkulturbetriebe auch 2023 einen Rückgang der Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft von -6,3% (-2.573 Euro) auf 38.486 zu verzeichnen.
Bei den spezialisierten Weinbaubetrieben hat der Aufwand mehr als der Ertrag zugenommen. Der Ertrag ist durch gestiegene Weinpreise, höhere Erträge aus Buschenschank und Heurigen mehr gestiegen, als die Rückgänge der öffentlichen Gelder (Auslaufen Covid-Hilfen) und Versicherungsentschädigungen ausmachten. Die Aufwandsteigerungen wurden durch höhere Sachaufwendungen, Fremdkapitalzinsen und Personalaufwand begründet.
Trotz gestiegener Kernobstmengen bei den spezialisierten Obstbaubetrieben konnte der Preisrückgang nicht kompensiert werden, womit es zu einem Ertragsrückgang kam. Auch ein verringerter Aufwand konnte keine Steigerung der Einkünfte herbeiführen. Mit 14,6 ha RLF hatten die Dauerkulturbetriebe die geringste Flächenausstattung, aber mit 1,88 bAK (betrieblichen Arbeitskräften) den höchsten Arbeitskräftebedarf. Diese setzten sich aus 1,34 nicht entlohnten und 0,54 entlohnte Arbeitskräften zusammen.