Lebensmittel Trinkwasser: Was bedeutet Trinkwasser?
In der täglichen Umgangssprache sprechen wir über Wasser mit den Bezeichnungen Trinkwasser, Brunnenwasser, Quellwasser, Nutzwasser, Brauchwasser, Hauswasser, Tränkwasser. Für landwirtschaftliche Betriebe ist der Begriff „Trinkwasser“ rechtlich am bedeutendsten.
Ob ein Wasser als Trinkwasser bezeichnet werden darf, muss über einen Trinkwasserbefund festgestellt werden. © Zaussinger/LK Oberösterreich |
Ob ein Wasser als Trinkwasser bezeichnet werden darf, muss über einen Trinkwasserbefund festgestellt werden. © Zaussinger/LK Oberösterreich ![[1560147929654344_1.jpg]](https://cdn.lko.at/lko2/mmedia/image/2019.06.10/1560147929654344_1.jpg?1560147931) |
Österreichisches Lebensmittelbuch
Trinkwasser ist ein Lebensmittel und unterliegt als solches den strengen Bestimmungen des Österreichischen Lebensmittelbuches.
Es muss geeignet sein, ohne Gefährdung der menschlichen Gesundheit getrunken oder verwendet zu werden.
Zum Vergleich: Handelsübliches Mineralwasser ist kein Lebensmittel, sondern ein Nahrungsmittel. Der Unterschied zum Trinkwasser besteht darin, dass Mineralwasser nicht von allen Menschen gut vertragen wird.
Blick in einen Trinkwasserspeicher für einen Bauernhof. © Zaussinger/LK Oberösterreich |
Blick in einen Trinkwasserspeicher für einen Bauernhof. © Zaussinger/LK Oberösterreich ![[1561873611391782_1.jpg]](https://cdn.lko.at/lko2/mmedia/image/2019.06.30/1561873611391782_1.jpg?1561873613) |
Wann liegt Trinkwasser vor?
Ob das eigene Wasser als Trinkwasser bezeichnet werden darf, wird über einen Trinkwasserbefund festgestellt. Dieser besteht aus 3 Teilen, wobei jeder einzelne Teil in Ordnung sein muss.
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A) Lokalaugenschein: Dabei wird überprüft, ob Wasserversorgungsanlage dem Stand der Technik entspricht. Weiters wird die Umgebung auf mögliche Verunreinigungen hin untersucht.
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B) Chemisch-physikalischer Befund: Hier werden zum Beispiel Geschmack, Geruch, Färbung, pH-Wert, Nitrat, Kalk- und Eisengehalt etc. untersucht.
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C) Bakteriologischer Befund: Es wird untersucht, ob sich im Wasser Oberflächenkeime oder Fäkalkeime befinden.
Trinkwasser liegt also immer dann vor, wenn durch einen Trinkwasserbefund bescheinigt werden kann, dass das Wasser ohne Gefährdung der menschlichen Gesundheit verwendet werden kann.
Ein Ausschnitt aus einem Trinkwasserbefund. © Zaussinger/LK Oberösterreich |
Ein Ausschnitt aus einem Trinkwasserbefund. © Zaussinger/LK Oberösterreich ![[1579370814028120_1.jpg]](https://cdn.lko.at/lko3/mmedia/image/2020.01.18/1579370814028120_1.jpg?1579370814) |
Trinkwasser: Begriff mit Ablaufdatum
Trinkwasser hat ein Ablaufdatum. Durch einen neuerlichen Trinkwasserbefund wird dieses Qualitätsmerkmal verlängert.
- Direktvermarkter und Urlaub am Bauernhof-Betriebe müssen jährlich einen Trinkwasserbefund durchführen lassen.
- Wird das Wasser ausschließlich zur Reinigung und Desinfektion verwendet, so reicht eine bakteriologische Probe im Abstand von 3 Jahren aus. Dies trifft beispielsweise auf Milchlieferanten zu.
Im Trinkwasserlabor werden Keime nachgewiesen. Jeder einzelne Keim wächst im Brutschrank zu einer sichtbaren Kolonie heran. Mit dem Mikroskop werden die Kolonien dann ausgezählt. © Zaussinger/LK Oberösterreich |
Im Trinkwasserlabor werden Keime nachgewiesen. Jeder einzelne Keim wächst im Brutschrank zu einer sichtbaren Kolonie heran. Mit dem Mikroskop werden die Kolonien dann ausgezählt. © Zaussinger/LK Oberösterreich ![[1579678857468542_1.jpg]](https://cdn.lko.at/lko3/mmedia/image/2020.01.22/1579678857468542_1.jpg?1579678858) |
Untersuchungsanstalten
Unter den Suchworten Labore Wasseruntersuchungen oder Trinkwasser-Untersuchungsanstalten oder Trinkwasserlabor sind Adressen im Internet auffindbar.
© DI Christoph Zaussinger |
© DI Christoph Zaussinger ![[1606902800426256_1.jpg]](https://cdn.lko.at/lko3/mmedia/image/2020.12.02/1606902800426256_1.jpg?1606903304) |
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25.10.2021
Autor:Christoph Zaussinger