Den Gästen und der Umwelt zuliebe
Gesund, umweltfreundlich, regional - Maisspindeln sind beim Grillen eine schonende Alternative und für Bauern eine interessante Reststoff-Verwertung.
Maisspindeln sind nicht nur eine umweltfreundliche Alternative zur Grillkohle, sie stellen auch ein interessantes Vermarktungspotenzial dar.
Übrigens: am besten flüssigen Grillanzünder verwenden, dann gibt es keine Rauchentwicklung. © Kindler |
Maisspindeln sind nicht nur eine umweltfreundliche Alternative zur Grillkohle, sie stellen auch ein interessantes Vermarktungspotenzial dar.
Übrigens: am besten flüssigen Grillanzünder verwenden, dann gibt es keine Rauchentwicklung. © Kindler ![[1592220149402746_1.jpg]](https://cdn.lko.at/lko3/mmedia/image/2020.06.15/1592220149402746_1.jpg?1592220150) |
In früheren Zeiten waren Maisspindel
als Brennstoff gang und
gäbe. Über die Jahrzehnte in
Vergessenheit geraten, kommt
dieser Reststoff, der bei der Körnermaisernte
anfällt, jetzt wieder
verstärkt ins Gespräch -
nämlich als regionaler, nachhaltiger
Ersatz für den Klimakiller
Grillkohle.
Während sich die kulinarischen
Trends beim Grillen
nämlich laufend ändern, ist die
Befeuerung eher konservativ
und alternativlos. Man könnte
zwar meinen, dass die Grillkohle
eine umweltfreundliche
Alternative ist - in der jetzigen
Form stimmt das jedoch nicht.
Dennoch werden in Europa
jährlich 850.000 t Holzkohle
zum Grillen genutzt.
Holzkohle killt Wälder
Der Großteil davon kommt
aus dem EU-Ausland. Das Problem:
In den Säcken steckt oft
Kohle aus Tropenholz. Der
hohe Holzkohlebedarf hat
dazu geführt, dass etwa Nigeria
nur noch zu 4%
mit Wald bedeckt ist. Der jährliche
Flächenverlust durch Rodung
beläuft sich auf etwa
350.000 ha. Dabei sind
weltweit rund 15% der
klimaschädlichen Treibhausgasemissionen
auf Waldzerstörung
(Brandrodung) und Walddegradation
zurückzuführen.
Für die Produktion einer Tonne
Holzkohle werden nämlich
bis zu 12 t Holz benötigt,
wobei der Großteil des
im Holz gespeicherten Kohlenstoffs
ungenutzt entweicht.
Neben dem Verlust der Waldfläche
bedroht die Holzkohlenproduktion
die Lebensgrundlage
der Bauern - den
fruchtbaren Boden. Durch das
Schwelen entstehen Gase, die
nicht nur für die Menschen
schädlich sind, sondern auch
den Boden unfruchtbar machen,
das Grundwasser
vergiften
und die Biodiversität
gefährden.
Es spricht also sehr
viel für die Verwendung
von Maisspindeln,
die es mittlerweile
ja auch bereits in einigen
Supermärkten zu kaufen
gibt. Sie machen das Grillen
einfacher, schneller, sauberer,
gesünder und vor allem nachhaltiger
- und zwar bei vollem
Grillerlebnis. Die großen Vorteile
liegen darin, dass sie in 15
Minuten grillbereit sind, höhere
Temperaturen als Holzkohle
erreichen und weder Schmutz
noch unangenehme Gerüche
produzieren. Zudem ist ihre
Verwendung emissionsärmer
als jene von Holzkohle.
Für heimische Landwirte
steckt in diesem
Reststoff also
durchaus Potenzial.
Denn immerhin
bleiben bei
der Krönermaisernte
österreichweit
rund 213.000 t
Maisspindeln zurück.
Abpackung und Vertrieb für
das Supermarkt-Angebot laufen
zurzeit jedoch nur über
Deutschland. Dazu kann man
bei lokalen Bauern oder bei
Tschiggerl Agrar in Halbenrain
Maisspindeln direkt beziehen.
Viele Vorteile-
Sauber: Beim Grillen
mit Maisspindeln macht
man sich keine Hände
schmutzig.
-
Gesund: Die Rauchentwicklung
ist nur
minimal: die Grillzeit ist
wesentlich kürzer.
-
Umweltfreundlich:
Verwendung ist weitaus
emissionsärmer als jene
von Holzkohle, kein unangenehmer
Geruch.
-
Regional: keine langen
Transportwege, Wertschöpfung
in der Region.
-
Nachhaltig: Die anfallende
Asche stellt einen
hervorragenden Dünger
dar.
15.06.2020
Autor:Dr. Alfred Kindler / LK Steiermark