Bekämpfung
Eine der effektivsten und natürlichsten Bekämpfungsmaßnahmen gegen den Großen Braunen Rüsselkäfer ist das Vermeiden von Kahlschlägen, da der Befall von Schlagflächen durch den Großen Braunen Rüsselkäfer auch als Geißel der Kahlschlagwirtschaft bezeichnet wird. Wenn ein Kahlschlag aufgrund von Schadereignissen nicht vermieden werden kann, empfiehlt es sich, eine dreijährige Schlagruhe einzuhalten. Dabei ist jedoch zu beachten, dass, wenn die Kahlfläche zum Beispiel aufgrund eines Borkenkäferbefalls entstanden ist, in den darauffolgenden Jahren weitere Bäume gefällt werden müssen und so wieder frische Stöcke entstehen, die Schlagruhe wieder von neuem beginnt.
Eine weitere natürliche Methode ist das Auslegen von Fangrinden. Fangrinden sind mindestens 20 × 30 cm große Rindenstücke, welche bei der Holzernte von den Stämmen gelöst und dann einmal in der Mitte gefaltet werden. Danach muss die Fangrinde nur noch mittels eines Steines beschwert und mit einem Stock markiert werden. Diese Fangrinde sollte dann laufend kontrolliert werden. Wenn man drei Käfer pro Falle und Woche hat, kann man von einem geringen Druck bzw. einer geringen Gefährdung durch den Großen Braunen Rüsselkäfer ausgehen. Die Rinden für die Fallen müssen frisch sein und sind dann, je nach Witterung, zwei bis vier Wochen fängisch. Pro ha sollten ca. sechs bis zehn solcher Fangrinden ausgebracht werden.
Bei einem akuten Befall gibt es auch die Möglichkeit, die bereits versetzten Pflanzen mittels einer Rückenspritze und eines Insektizids, welches vom BFW zugelassen ist, zu besprühen.
Eine andere chemische Möglichkeit ist die Verwendung bereits „getauchter“ Pflanzen. Hierbei werden die Pflanzen vor dem Ausliefern von der Baumschule in ein Insektizid getaucht und sind somit gegen den Rüsselkäfer geschützt.