Welche Herausforderungen gibt es derzeit für Biomilchviehbetriebsführerinnen und -führer, die bauliche Vorhaben gut meistern möchten?In den vergangenen Jahren haben sich die Baupreise (Materialkosten und Arbeitserledigungskosten) stark erhöht, weshalb der Stallbau bzw. die Standplatzkosten pro Milchkuh teurer geworden sind. Der Handel und auch der Tierschutz fordern in der Tierhaltung immer höhere Standards bei der Haltung von Kühen bzw. Rindern. Die alternative und beliebte Kombihaltung bei den Milchkühen wird in Zukunft auslaufen und die Milchviehhalter werden gezwungen, in Laufställe zu investieren. In den vergangenen Jahren haben sich außerdem die Betriebsgrößen verändert und die Kuhanzahlen sind gestiegen, somit auch die Arbeitsbelastung der Betriebe. Deshalb steht für viele landwirtschaftliche Betriebe ein Stallbau für die Tierhaltung bevor, damit in erster Linie das landwirtschaftliche Einkommen für die Zukunft gesichert ist.
Wie hoch sind derzeit die durchschnittlichen Investitionskosten je Kuhplatz für Milchvieh?Die durchschnittlichen Investitionskosten pro Kuhplatz sind sehr schwer zu schätzen, da kein Stallbau dem anderen gleicht. Viele Faktoren entscheiden die Stallbaukosten: die Lage (Tal- oder Bergbetrieb), Betriebslage (Ortschaft oder Alleinlage), Infrastruktur (Wege, Strom, Wasser). Welche baulichen Anlagen sind am Betrieb vorhanden? Können sie in das geplante Projekt integriert werden (Güllegrube, Kälberstall, Milchkammer)? Handelt es sich um einen Stallum- und -zubau oder Neubau, einen Stallbau nur für Milchkühe oder den gesamten Bestand? Wird zusätzlich zum Stallbau noch ein Futterlager benötigt, z.B. bei Bioheumilchproduktion (Heulager mit entsprechender Technik), Fahrsiloanlage usw.?
Es gibt allerdings Pauschalkostensätze für die landwirtschaftliche Investitionsförderung, welche m²-Preise beinhalten. Das sind Durchschnittswerte aller bisher abgerechneten Stallbauprojekte:
- Liegeboxenlaufstallbau: 800 Euro/m² + 20% MwSt. ohne technische Einrichtungen
- Auslaufbau: 120 Euro/m² + 20% MwSt.
- Milchkammer und Melkraum ohne Technik: 1200 Euro/m² + 20% MwSt.
- Bergeraum:400 Euro/m² + 20% MwSt.
- Güllegruben: 150 Euro/m³ + 20 %MwSt.
- Mistlagerstätte: 150 Euro/m² + 20% MwSt.
Zusätzlich zu diesen Kosten ist noch die technische Einrichtung zu berechnen (Melktechnik, Milchkühlung, Mistroboter, Fütterungsroboter). Mit diesen Basiskostensätzen kann man eine grobe Schätzung des geplanten Bauvorhabens kalkulieren, und so ergeben sich dann umgerechnet die Standplatzkosten pro Kuhplatz. Wichtig ist es, eine genaue und durchdachte Planung des Bauvorhabens zu erstellen. Auf Basis des Entwurfsplanes können Fachfirmen anschließend ein Angebot erstellen, und der Landwirt hat eine ziemlich genaue Kostenübersicht.
Was umfasst das Beratungsangebot der LK-Bauberatung?Beratung und Planung von landwirtschaftlichen Gebäuden, Nebengebäuden, Düngerlagerstätten etc. im Büro, Sprechtage in Außenstellen und Beratung vor Ort, Beantwortung telefonischer Anfragen, Entwurfsplanung, Vortragstätigkeiten und Mitarbeit beim ÖKL sind die Haupttätigkeiten.