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Auswinterung 2026: Lokale Probleme, aber keine großen Schäden

Der Jänner 2026 war in Niederösterreich der kälteste seit neun Jahren und lag mit einer Durchschnittstemperatur von 1,7 °C unter dem langjährigen Mittel. Der absolute Höhepunkt der Kältewelle war um den 12. Jänner 2026.
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© LK NÖ
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Die tiefsten Temperaturen wurden im Bezirk Gmünd mit -25,9°C gemessen. In anderen Regionen war es deutlich milder:
Amstetten: -12,5°C, Langenlebarn: -11,0°C, Retz: -10,1°C, St. Pölten: -10,8°C und Wiener Neustadt: -13,8°C.
 
Vor allem in exponierten Lagen zeigen sich teils deutliche Blattverluste bei den im Herbst gebildeten Blättern. Betroffen sind vor allem Sommerbraugersten, die erst spät im Herbst angebaut werden konnten (siehe Bild).
 
Die Überlebenschance von Pflanzen hängt vom jeweiligen Entwicklungsstadium, der Sorte, aber auch von einer schrittweisen Abhärtung (allmähliches Absinken der Temperaturen im Herbst) ab. Minusgrade im Hochwinter können von den Pflanzen zumeist gut "weggesteckt" werden. Ein Spätfrost im Frühjahr verursacht hingegen größere Schäden, da der natürliche Frostschutz in der Pflanze bereits reduziert wurde. Auch eine schützende Schneedecke kann Auswinterungen verhindern, da Schnee auch zu einem großen Teil aus Luft besteht. Die Isolationswirkung ist gut, da Luft die Wärme schlecht ableitet.
 
Bei Kahlfrost (ohne Schnee) gelten folgende kritische Temperaturminima:
  • Winterroggen: ca. -25 °C, ist die frosthärteste Getreideart
  • Winterweizen: ca. -20 °C (sortenabhängig)
  • Winterdurumweizen: ca. -15°C
  • Wintergerste: ca. -15 °C (sortenabhängig, mehrzeilige Sorten oft winterhärter)
  • Sommergerste-Herbstaussaat: ca. -12 °C (sortenabhängig)
  • Winterhafer: ca. -12 °C, ist die frostempfindlichste Getreidekultur
 
In der jetzigen Situation sollten keine voreiligen Entscheidungen getroffen werden. Ist der Vegetationskegel ("Herz") noch weiß bzw. grün, besteht gute Hoffnung, dass sich die Pflanzen regenerieren können. Auch weiße, behaarte Wurzeln zeigen, dass die Getreidepflanzen noch leben.
Das derzeitige Wetter mit ausreichender Feuchtigkeit und überdurchschnittlichen Temperaturen unterstützt zusätzlich die Bestockung der Pflanzen. Wichtig ist die zeitnahe Versorgung mit Stickstoff.

Ein Umbruch macht dann Sinn, wenn mehr als 50% der Pflanzen abgestorben sind. Neben der absoluten Pflanzenzahl ist auch die gleichmäßige Verteilung auf der Fläche zu berücksichtigen.
Ein zu früher Umbruch sollte vermieden werden, da z.B. Sommergerstenbestände durch eine starke Bestockung noch einiges an Pflanzenverlusten ausgleichen können.
12.03.2026
Autor:Mag. DI Harald Schally
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